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Karla-Maria Orlich – 30 Jahre Malerei – Aquarelle – Kollagen – Zeichnungen

Die Preetzer Künstlerin Karla-Maria Orlich wird im Oktober 2021 80 Jahre alt. Anlässlich dieses runden Geburtstages zeigt sie im Kunstkreis Preetz einen Querschnitt ihres künstlerischen Schaffens. Die Architektin kam erst spät in ihrem Lebensweg zur Malerei. Als sie sich für ein Kunsthochschulstudium entschied, hatte die Muthesius-Fachhochschule gerade beschlossen, keine Studenten über 40 Jahre aufzunehmen. Die damals 47-Jährige bewarb sich daher bei anderen Hochschulen und wurde von der Alanaus Hochschule in Alfter bei Bonn angenommen. Sie schaffte ihr Studium in Rekordzeit und hielt mit 49 Jahren ihren Abschluss im Fachbereich Malerei in den Händen. Vor ihrem Studium arbeitete Karla-Maria Orlich stets realistisch und schuf Landschaften, Porträts und Stillleben. An der Hochschule ging es jedoch zunächst um das Erkunden von Farbe und ihrer Wirkung. Raum wurde durch hell/dunkel bzw. kalt/warm Kontraste, Dichte und Anordnung geschaffen und nicht durch Perspektive und ohne Andeutung realistischer Gegenstände. Der Malweg wurde durch großflächige Kollagen aus farbigem Seidenpapieren vorbereitet. Die durch die Fixierung mit Kleister veränderten Farben und Dunkelheiten waren nur begrenzt steuerbar, zeigten aber einen Weg zum Bild. Diese Erfahrungen setzt Karla-Maria Orlich in ihren großen Aquarellen um, legt immer wieder Lasuren über Lasuren, ohne an etwas Konkretes zu denken. Ihr Fokus liegt vielmehr auf dem Geschehen und auf dem Gesamtgefüge im Bild.

Vielen Menschen ist Karla-Maria Orlich als Leiterin von Malkursen bei Pädiko und der VHS ein Begriff. Zwischen 1997 und 2007 organisierte Karla-Maria Orlich in Eigenregie insgesamt 25 zweiwöchige Malferien quer durch ganz Europa. Auf diesen Reisen entstanden immer wieder auch eigene Aquarelle. Der Alltag in Preetz mit zwei Kindern und zahlreichen Malkursen im eigenen Haus war herausfordernd. Zeit, länger an eigenen Themen zu arbeiten und neue Techniken wie Kalligraphie oder Acrylmalerei zu erkunden, fand Karla-Maria Orlich aber immer wieder in mehrwöchigen Sommerseminaren. Wieder zu Hause wurden diese neuen Impulse weiter entwickelt. Im Lauf der Jahre entdeckte sie, wie sich der Prozess der Bildfindung zumindest zum Teil steuern lässt – durch Zerlegung des Prozesses in einzelne Schritte, Skizzen, farbige Collagen oder variable Farbfleckenverteilung. Ausgangspunkt der Werke von Karla-Maria Orlich sind meist keine Fotos, sondern Selbsterlebtes, Stimmungen oder Gesehenes. Mit einer zu Beginn eher wagen Vision verlässt sie sich beim Malen auf ihre Erfahrung und ihre Intuition.


Vernissage: Sonntag, 12.09.2021, 11.15–13 Uhr, Musikalische Begleitung: Swetlana Andresen (Klavier)

Ausstellungsdauer: 17.09. bis 03.10.2021 jeweils Fr. bis So. 15–18 Uhr, Eintritt frei. Im Kunstkreis Preetz, 24211 Preetz, Gasstraße 5 (1. Stock)